Schaezlerpalais

Im Schaezlerpalais in Augsburg befinden sich sowohl staatliche als auch städtische Kunstsammlungen. Es war früher ein Stadtschloss und liegt am Herkulesbrunnen.

An der Stelle, wo der Schaezlerpalais steht, wurde bereits im Jahr 1346 ein Gebäude erwähnt. Der Kaiserliche Rat Philipp Adler gab im Jahre 1499 einen Neubau mit Loggia und Erker in Auftrag. Mehrmals Quartier in dem Haus fand der spätere Kaiser Maximilian I.

Schließlich wurde das Gebäude im Jahre 1764 vom Bankier Benedikt Adam Liebert erworben. Dieses Haus wurde jedoch ab dem Jahre 1765 durch einen Neubau ersetzt. Die Pläne für das Palais im Rokoko-Stil stammten vom Münchner Hofbaumeister Karl Albert von Lespilliez. Viereinhalb Jahre dauerte die Bauarbeiten an.

Besonders die Innenräume sind prächtig geraten. Am 28. April 1770 wurde die prachtvolle Einweihung vorgenommen. Marie Antoinette, damals im Alter von 14 Jahren, machte zu diesem Zeitpunkt gerade Zwischenstation in Augsburg, und besuchte die Einweihung sozusagen als Star-Gast. Tatsächlich befand sie sich damals auf Ihrer Brautfahrt nach Versailles.

Es gibt eine Legende, nach der die jüngste Tochter der österreichischen Kaiserin Maria Theresia im zweigeschossigen Festsaal ein Paar rote Schuhe durchtanzte.

Placidus Verhelst ist der Erschaffer der prunkvoll geschnitzten Wandvertäfelungen des Saales. Das Gemälde an der Decke trägt den Titel „Merkur und der Welthandel“. Der selbe Maler verzierte auch das im Palais befindliche Treppenhaus.

Als er sich auf Durchreise nach München befand, besuchte der bayerische König Maximilan Joseph I. im Jahre 1808 einen festlichen Ball im Palais. Hin und wieder fanden auch öffentliche Konzerte im Palais statt.

Die Augsburger Bankiersfamilie von Schaezler war es, die den Stadtpalast vier Generationen bewohnte und instand hielt.

Den Zweiten Weltkrieg überstand das Palais, ohne groß Schaden zu nehmen. Im Jahre 1958 wurde das Gebäude schließlich der Stadt Augsburg geschenkt. Auflage war hierbei, dass das Gebäude niemals verkauft und ausschließlich für kulturelle Zwecke genutzt werden sollte.

Die städtischen Kunstsammlungen befinden sich seit dem Jahre 1951 dort. Man muss durch das Schaezlerpalais hindurch, um zur Staatsgalerie zu gelangen, die sich in der angrenzenden früheren Katharinenkirche befindet.

Die Wiedereröffnung des Palais fand nach umfangreichen Renovierungsarbeiten am 4. Februar 2006 statt.

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