Augsburger Puppenkiste

Bei der Augsburger Puppenkiste handelt es sich um das wohlbekannte Marionettentheater in Augsburg.

Zu finden ist sie im historischen Heilig-Geist-Spital in der Altstadt von Augsburg. Seit 1948 werden dort Märchen, aber auch ernste Schauspiele aufgeführt. Besonders seit 1953 erlangte sie mit ihren zahlreichen Fernsehproduktionen (z. B. Urmel aus dem Eis, Jim Knopf) Bekanntheit im In- und Ausland.

Der „Puppenschrein“ wurde im Jahre 1943 von Walter und Rose Oehmichen sowie deren Töchter Hannelore und Ulla als eigenes kleines Marionettentheater gegründet. Dabei handelte es sich im Wesentlichen um eine kleine Bühne, die in einem Türrahmen aufgebaut werden konnte.

Bei einem Bombenangriff auf Augsburg in der Nacht zum 26. Februar 1944 wurde der Puppenschrein zerstört.

Da Walter Oehmichen die Puppen aber nach einer Vorführung mit nach Hause genommen hatte, blieben diese von den Bomben verschont.

Sobald der Krieg vorbei war, begann Walter Oehmichen, ein neues Puppentheater zu planen. Das ehemalige Heilig-Geist-Spital eignete sich schließlich als ständiger Aufführungsort, auch wenn sich Oehmichen die Spielstätte zunächst mit dem Statistischen Amt teilen musste.

Die Eröffnung der Augsburger Puppenkiste erfolgte schließlich am 26. Februar 1948 – auf den Tag genau vier Jahre nach der Zerstörung des Puppenschreins. Gespielt wurde das Stück „Der gestiefelte Kater“. Junge Augsburger Schauspieler, wie Manfred Henning, wurden als Puppenspieler und Sprecher engagiert.

Zunächst wurden die Puppen von Walter Oehmichen selbst geschnitzt. Später übergab dieser jedoch diese Aufgabe an seine Tochter Hannelore. Schon im Alter von 13 Jahren hatte Hannelore heimlich ihre erste Figur geschnitzt, obwohl ihr der Gebrauch des scharfen Schnitzmessers noch nicht erlaubt gewesen war.

Der kleine Prinz war ihre erste bekannte Figur. Hannelore führte den gestiefelten Kater in der Premierenvorstellung des Puppenkiste. Die Puppen wurden von Walters Frau Rose eingekleidet. Diese übernahm ebenfalls viele Sprechrollen von Müttern und Großmüttern.

Nach dem Tod von Walter (1977) und Rose (1985) übernahm Tochter Hannelore die Augsburger Puppenkiste.

Im Jahre 1992 wiederum ging die Leitung an den Sohn von Hannelore.

Bei dem Markenzeichen der Augsburger Puppenkiste handelt es sich um Kistendeckel mit Namenszug der „Augsburger Puppenkiste“ und dem Zusatz „Oehmichens Marionettentheater“. Walter Oehmichen selbst hatte den Namen „Augsburger Puppenkiste“ erfunden. Nach der Zerstörung des Puppenschreins nämlich war es Walters Ziel, sein neues Puppentheater in einer Kiste Platz finden zu lassen. Dies sollte vor allem den Transport vereinfachen.


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